Medizinische und biomedizinische Forschung
in Bochum

Ein Charakteristikum in Bochum ist die Aufteilung der medizinischen Fakultät und somit auch der Forschung über mehrere Kliniken und Krankenhäuser. Zum Klinikum der Ruhr-Universität Bochum gehören neben den 15 medizinischen Instituten, Zentren und Abteilungen auf dem Campus der Universität 7 angeschlossene Krankenhäuser in Bochum und Herne sowie das Herz – und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen.

Die medizinischen Forschungsschwerpunkte der Ruhr-Universität liegen insbesondere in der Chirurgie, der Kardiologie, der Dermatologie, der Mikrotherapie, der Orthopädie und in den Neurowissenschaften.

Medizintechnik

Im Bereich der Medizintechnik hat sich der Standort Bochum vor allem in folgenden Feldern profilieren können:

  • Bildgebende Verfahren
  • Telemedizin
  • Minimalinvasive OP-Techniken
  • Implantate
  • Biomaterialien
  • Funktionsüberwachung und –wiederherstellung von Organen


Das Universitätszentrum für Medizintechnik (UZMT), in dem mehrere Lehrstühle interdisziplinär zusammenarbeiten, der Lehrstuhl für Medizintechnik und der Lehrstuhl für Biomedizinische Technik bilden die Säulen der medizintechnischen Kompetenz der Ruhr-Universität. Des Weiteren stärken zwei von acht deutschen Kompetenzzentren für Medizintechnik Bochums Profil: Das Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr (KMR) entwickelt Bildgebende Verfahren, das Kompetenzzentrum für die telematische Traumatologie (TELTRA) Lösungen für die Patientenbetreuung via Telematik.

Seit Anfang 2007 befindet sich das Zentrum für medizinische Bildgebung Ruhr im Aufbau, das sich auf die Entwicklung ultraschallbasierter therapeutischer und diagnostischer Verfahren spezialisiert und im BioMedizinZentrum-Ruhr untergebracht sein wird.

Ein weiterer Schwerpunkt in Bochum stellt die Anwendung der Plasmaforschung in der Medizintechnik dar. Dabei stehen besonders die Beschichtung von medizinischen Implantaten sowie die materialschonende Sterilisation von Medizinprodukten im Vordergrund. Unter anderem ist an der Universität das „Center of Excellence Plasma Science and Technology“ (CPST) angesiedelt.


Biomedizin

Im Bereich der Biomedizin bildet die angewandte Proteomforschung einen der wichtigsten Schwerpunkte in Bochum. Um das enorme Potenzial der Ruhr-Universität zu bündeln, wurde das Proteincenter gegründet, in dem das Medizinische Proteom-Center, der Lehrstuhl für Biophysik, der Lehrstuhl für Analytische Chemie, und der Lehrstuhl für Biochemie der Pflanzen interdisziplinär in vielen Projekten zusammenarbeiten. Ein Schwerpunkt ist die zeitaufgelösten Infrarotspektroskopie (trFTIR) zur Messung von Veränderungen der Proteinoberfläche in Echtzeit. Damit können Signal- und Stoffwechselwege innerhalb einer Zelle besser erforscht und molekulare Therapien gegen Krebs entwickelt werden. Mit dieser Methode lassen sich ebenso schneller neue Wirkstoffe austesten.

Im Rahmen der Excellenzinitiative des Bundesforschungsministeriums hat Bochum einen Antrag zum Thema: PROTEIN-interactions: From molecular mechanism to cellular NETWORKS eingereicht.

Zwei Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB 642 "GTP-und ATP-abhängige Membranprozesse" und SFB 480 "Molekulare Biologie komplexer Leistungen von botanischen Systemen") unterstreichen die Bedeutung der Proteomforschung für den Standort Bochum.

Im Bereich der Neurowissenschaften forschen 10 Kliniken und Institute der medizinischen Fakultät auf den Gebieten der neurodegenerativen und Autoimmunerkrankungen, des Schlaganfalls und des Schmerzes und entwickeln neue Therapiemöglichkeiten und neurochirurgische Operationstechniken. In Bochum ist ebenso ein Sonderforschungsbereich (SFB 506 "Neuronale Mechanismen des Sehens – NEUROVISION") sowie die "International Graduate School of Neuroscience (IGSN)" eingerichtet. Hinzu kommen Beteiligungen an dem Netzwerkprojekt „Neuropathischer Schmerz“, den Kompetenznetzen "Schlaganfall" und "Parkinson", dem Konsortium "Retina-Implantat" und dem Leitprojekt „Autoimmunerkrankungen“ des BMBF sowie dem Kompetenznetz Stammzellforschung NRW.

Weitere medizinische Forschungsschwerpunkte liegen in der kardiovaskulären Medizin, der Onkologie, der Hepato-Gastroenterologie und der Infektiologie, speziell HIV/AIDS. >> mehr










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